Alle TGM’ler die heute in den Mannschaften eingesetzt waren, werden mit Edelmetall nach Hause fahren und dürfen damit die TGM wieder bei der Sportlerehrung der LH-München im nächsten Frühjahr vertreten.
Den Anfang machte die K1 Juniorenmannschaft mit Tobi, Arvid Muche (KSG-Köln) und dem Europameister von gestern Enno Roggenbrodt (KSK-Köln). Von den Einzelzeiten her waren die Unterschiede zwischen den ersten drei/vier Nationen nur im Bereich von wenigen Sekunden. Die beste Mannschaftsleistung (größte Verbesserung gegenüber der Einzelzeit des dritten Fahrers) brachten die Italiener zustande, die damit das Rennen gewannen. Durch das seichte Wasser, welches gelegentlich von Schwällen unterbrochen wird, war die ursprüngliche Taktik – Arvid auf Enno und Tobis Doppelwelle – nur am Anfang umsetzbar. Nach einigen Schwällen nach denen Enno wieder von hinten nach vorne Energieintensiv vorgesprintet ist, ging das nicht mehr, woraufhin Arvid und Enno ab etwa der Hälfte der Strecke auf der weniger intensiven Seitenwelle von Tobi fuhren. Am Ende reichte es damit für die Silbermedaille, sechs Sekunden hinter Italien und fünf Sekunden vor Frankreich.


Direkt anschließend folgte das Rennen der weiblichen Junioren. Hier fuhr Fini mit der im Einzel viertplatzierten Ronja Haseloff (KSG-Köln) und Amelie Denner (KC-Fulda). Die von den Einzelergebnissen her hoch favorisierten Italiener (Platz 1, 3 und 5 im Einzelrennen) wären hier nur bei einem extremen Fahrfehler zu schlagen gewesen. Das deutsche Team lag in der Prognose in etwa gleichauf mit den Tschechen, mit deutlichem Abstand zu den Slowenen. Da die drei Deutschen vorher nicht miteinander trainiert haben – wir erinnern uns: Fini war ja bei den U23 gestartet – und auch nur begrenzte Erfahrung aus leistungsstarken Vereinsmannschaften haben, funktionierte die eigentlich notwendige Mannschaftstaktik nur begrenzt, was in einer um 14 Sekunden langsameren Zeit als die dritte Einzelzeit resultierte. Glücklicherweise hatten die Tschechinnen offenbar noch größere Probleme – sie verloren 20 Sekunden auf das Einzelergebnis. Besser machten es die Sloweninnen, die sich gegenüber der Einzelzeit um 2 Sekunden verbesserten und am Ende mit zwei Sekunden Abstand hinter Deutschland den dritten Platz belegte. Silber für Deutschland.


Finn und Philipp traten wie bei ihrem Europameisterschaftssieg vor zwei Jahren als Junioren wieder mit Nicolas Niederle-Gomez vom KCD-Düsseldorf an.
Von den Einzelzeiten her wäre bei ihnen Platz sechs gesetzt, allerdings mit dem Vorteil, dass Nicolas als extrem starker Sprinter sich im Einzelrennen evtl. etwas für die Mannschaft geschont hat und die beiden anderen deutlich schneller sind. Zudem haben sie inzwischen einige Erfahrung im Mannschaftsfahren. Über große Teile der Strecke konnte Nicolas auf der Doppelwelle mitfahren, während Philipp ständig Vollgas fuhr. Finn hatte die Aufgabe sich in den Schwällen zurückfallen zu lassen und anschließend wieder aufzuholen. Am Ende fuhr die Mannschaft etwa eine Sekunde schneller als Philipp im Einzelrennen (bei leicht gefallenem Wasserstand) und 34 Sekunden schneller als Nicolas Einzelzeit. Am Ende reichte es für einen knappen Sieg mit 1,2 Sekunden Abstand vor Slowenien und sechs Sekunden vor Belgien, die sich gegenüber ihren Einzelergebnissen um 26 bzw. 20 Sekunden verbesserten.


Damit sind die Klassikrennen bei dieser Meisterschaft nun beendet. Die TGM war diesmal an allen Mannschaftsmedaillen beteiligt und steuerte die Hälfte der Einzelmedaillen (und die Hälfte der Holzmedaillen) zum DKV Medaillenspiegel hinzu.

Die gesamten Mannschaftsergebnisse gibt es hier.
Morgen früh geht es dann mit den Sprint-Vorläufen weiter. Hier ruhen die TGM-Hoffnungen vor allen Dingen auf Anna, die sich als sehr starke Sprinterin auf alle Fälle für das Finale am Samstag qualifizieren möchte. (Die ersten Fünf des ersten Vorlaufes sind direkt für das Finale qualifiziert, ebenso – je nach Kategorie – die 8-10 Schnellsten des zweiten Laufes.) Auch Leo strebt eine bessere Platzierung als im Klassikrennen an. Für Finn ist das Erreichen des Finales im Bereich des Möglichen, ist aber von der Tagesform bei dem starken Feld abhängig. Die restlichen TGM’ler haben eher ihre Stärke im Klassikrennen und haben nur bei besten Umständen die Möglichkeit ins Finale zu gelangen. Die eine oder andere interne Qualifikation für die Sprint-Mannschaftsrennen wäre noch ein mögliches Sahnehäubchen. Durch die relativ lange Sprintstrecke kann man aber auch mit Überraschungen von starken Klassikfahrern rechnen, da diese erst „wach“ werden, wenn die Sprintspezialisten ums „Überleben“ kämpfen.
Zeitplan morgen für die Sprint-Einzelrennen:
- 9:06 weibl. U18 K1 Anna
- 9:22 weibl. U23 K1 Fini
- 9:39 männl. U18 C1 Leo
- 10:17 männl. U18 K1 Tobi
- 10:28 männnl. U23 K1 Philipp
- 10:30 männnl. U23 K1 Finn
2. Lauf
- WK1 U18 Anna: 12:00 – 12:13
- WK1 U23 -Fini: 12:16 – 12:25
- MC1 U18 Leo: 12:28 – 12:36
- MK1 U18 Tobi: 12:48 – 13:05
- MK1 U23 Philipp und Finn 13:08 – 13:24
Live Ergebnisse gibt es wieder unter https://wildwaterresults.paddleuk.org.uk/.